Die Nachricht traf viele ehemalige Weggefährten unvorbereitet: Skender Fani, der österreichische Rechtsanwalt und Spielerberater, starb im November 2023 in Wien. Was zunächst wie der stille Abgang eines arrivierten Juristen wirkte, entpuppte sich in den folgenden Monaten als eines der größten Betrugsdossiers der österreichischen Fußballszene.

Geboren: 23. Februar 1940 ·
Gestorben: 17. November 2023 ·
Beruf: Rechtsanwalt, Immobilieninvestor, Spielerberater ·
Wohnsitz: Wien

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Geboren am 23. Februar 1940, gestorben am 17. November 2023 in Wien (ORF TVthek)
  • War als Rechtsanwalt, Immobilieninvestor und Spielerberater tätig (Kurier)
  • ORF-Doku „Akte Betrug“ dokumentiert die Vorwürfe nach seinem Tod (ORF TVthek)
2Was unklar ist
  • Genaue Höhe der Schulden – Schätzungen reichen von 10 bis 27 Millionen Euro
  • Ob Skender Fani selbst aktiv betrogen hat oder nur fahrlässig handelte
  • Vollständige Liste der Geschädigten
3Zeitleisten-Signal
  • 17. Juli 2025: ORF sendet „Akte Betrug“ über Fani (ORF TVthek)
  • Juli 2025: Berichte über Insolvenzverfahren mit Millionen-Forderungen (Heute)
4Wie es weitergeht
  • Verlassenschaftsinsolvenzverfahren am Wiener Handelsgericht läuft
  • Medien fordern schärfere Regulierung für Spielerberater

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten persönlichen Daten zusammen:

Quellen: ORF TVthek, Heute, Kurier
Merkmal Wert
Geburtsdatum 23. Februar 1940
Sterbedatum 17. November 2023
Beruf Rechtsanwalt, Immobilieninvestor, Spielerberater, Sportfunktionär
Bekannt für Betrugsvorwürfe im Fußballmillieu
Schulden (laut Medien) Hohe Verbindlichkeiten – bis zu 27 Mio. Euro Forderungen angemeldet
Wohnsitz zuletzt Wien
Gerichtsverfahren Verlassenschaftsinsolvenz am Wiener Handelsgericht

Woher stammt Skender Fani?

Skender Fani wurde am 23. Februar 1940 geboren – genaue Angaben zum Geburtsort sind in den vorliegenden Quellen nicht explizit genannt. Fest steht, dass er in Wien lebte und dort als Rechtsanwalt tätig war (ORF TVthek). Seine berufliche Laufbahn begann in den 1960er- und 1970er-Jahren, als er sich als Jurist etablierte. Die österreichische Staatsbürgerschaft wird in allen Medienberichten vorausgesetzt – Fani wird durchgängig als „österreichischer Rechtsanwalt“ bezeichnet.

Fünf Jahrzehnte später, im Februar 2019, taucht sein Name plötzlich in einem ganz anderen Kontext auf: als Berater beim Institut für Moderne Geldtheorie (Heute). Dieser berufliche Schwenk überrascht – vom klassischen Anwaltsberuf hin zu einer unkonventionellen wirtschaftspolitischen Denkrichtung.

Der Bruch

Ein arrivierter Anwalt, der sich der Modern Monetary Theory zuwendet, ist ungewöhnlich. Für die späteren Investoren mag diese intellektuelle Flexibilität Vertrauen geschaffen haben – oder ein Warnsignal gewesen sein, das zu spät erkannt wurde.

Welche Nationalität hatte Skender Fani?

  • Österreichischer Rechtsanwalt – die Nationalität wird in allen Quellen als österreichisch angegeben (Kurier).
  • Keine Hinweise auf eine zweite Staatsbürgerschaft in den vorliegenden Recherchen.

Das Muster: Ein Mann mit einem klaren juristischen Fundament, der später in völlig unterschiedlichen Welten unterwegs war – Fußball, Immobilien, Geldtheorie. Was wie ein breites Interessenspektrum wirkt, könnte aus heutiger Sicht auch der Versuch gewesen sein, ein Netzwerk aus immer neuen Kreisen zu stricken.

Welche Rolle spielte Skender Fani im Fußball?

Seine zweite Karriere begann im Lauf der 1990er- und 2000er-Jahre, als Skender Fani als Spielerberater und Sportfunktionär auftrat. Der bekannteste Name in seinem Klientel: Toni Polster, die österreichische Fußballlegende und Rekordnationalspieler. Polster vertraute Fani über Jahrzehnte – und verlor laut eigenen Angaben einen hohen sechsstelligen Betrag (Kurier).

„Ich habe ihm wie einem Vater vertraut“, sagte Polster gegenüber der Zeitung Heute (Heute). PULS 24 zitiert Polster mit den Worten, Fani sei für ihn „ein zweiter Vater“ gewesen (PULS 24). Die emotionale Bindung zwischen Spieler und Berater war außergewöhnlich eng – und macht die spätere Enttäuschung umso nachvollziehbarer.

  • Beratung von Profifußballern, allen voran Toni Polster
  • Tätigkeit als Sportfunktionär in österreichischen Vereinsgremien
  • Vermittlung von Krediten und Anlagegeschäften an Spieler
Die Vertrauensfalle

Spielerberater im Fußball genießen eine Doppelrolle – sie sind Berater, aber oft auch Freunde, Finanzverwalter und Türöffner. Wenn diese Rollen vermischt werden, entstehen Abhängigkeiten, die im Schadensfall besonders schwer wiegen. Toni Polster ist kein Einzelfall.

Die enge Beziehung zwischen Berater und Spieler erhöhte das Risiko von Vertrauensmissbrauch.

In welchen Betrugsfall ist Skender Fani verwickelt?

Die ORF-Sendung „Akte Betrug“ brachte am 17. Juli 2025 die Geschichte ans Licht (ORF TVthek). Der Titel der Folge: „Nachspiel: Wo ist das Geld der Fußball-Stars?“. Die Doku behauptet, dass Skender Fani Toni Polster und andere Prominente um viel Geld gebracht haben soll.

Die Berichterstattung offenbart ein erschreckendes Ausmaß:

  • Im Insolvenzverfahren am Wiener Handelsgericht wurden Forderungen von mehr als 27 Millionen Euro angemeldet (Heute).
  • Gerichtlich anerkannte Schulden liegen bei 14,7 Millionen Euro (Heute).
  • Zwei anonyme Betroffene gaben in Medien an, jeweils 320.000 bzw. 200.000 Euro geliehen zu haben; versprochen wurden ihnen 12 Prozent Zinsen (Heute).

Ein bekannter Sportjournalist, der ebenfalls zu den Geschädigten zählt, sagte dem Bericht zufolge: „Wir sind fast genial hinters Licht geführt worden“ (Heute).

Welche Summen sind verschwunden?

Ein genaues Gesamtvolumen ist schwer zu ermitteln, weil nicht alle Geschädigten an die Öffentlichkeit treten. Der Kurier berichtete am 25. Juli 2025, die finanzielle Hinterlassenschaft Fanis habe rund zehn Millionen Euro Schulden betragen (Kurier). Die Differenz zu den angemeldeten Forderungen von 27 Millionen Euro zeigt, wie viele Gläubiger nachträglich Ansprüche geltend machten.

Polsters persönlicher Verlust beläuft sich laut Kurier auf einen hohen sechsstelligen Betrag (Kurier).

Ein zentrales Element des mutmaßlichen Betrugsmodells: Fani soll den Opfern hohe Zinsen auf Darlehen versprochen haben, die nie zurückgezahlt wurden. Das System erinnert an ein Schneeballschema, bei dem neue Einlagen alte Verpflichtungen decken sollten – bis keine Neugläubiger mehr gefunden wurden.

Welche beruflichen Stationen hatte Skender Fani neben dem Fußball?

Skender Fani war kein reiner Spielerberater. Sein Lebenslauf liest sich wie das Portfolio eines vielseitigen Unternehmers:

  • Rechtsanwalt – Basis seiner gesamten Karriere, Tätigkeit über Jahrzehnte in Wien
  • Immobilieninvestor – mehrere Objekte in Österreich, teilweise über Kredite finanziert
  • Berater beim Institut für Moderne Geldtheorie – seit Februar 2019 (Heute)

Besonders pikant: Der Anwaltsberuf verlieh Fani eine Aura der Seriosität und Rechtschaffenheit. Wer einen Rechtsanwalt beauftragt, erwartet, dass dieser sich an Recht und Gesetz hält. Genau dieses Vertrauen dürfte das Geschäftsmodell ermöglicht haben.

War Skender Fani auch Immobilieninvestor?

Ja. Die Immobiliengeschäfte Fanis sind in den Medienberichten als zweiter Geschäftsbereich neben der Anwaltstätigkeit dokumentiert. Allerdings scheinen die Investitionen nicht immer erfolgreich gewesen zu sein – die Schulden, die nach seinem Tod bekannt wurden, könnten auch aus gescheiterten Immobilienprojekten stammen.

Fazit: Skender Fani war kein Betrüger im klassischen Sinn – er war ein Rechtsanwalt, der mehrere Karrieren verfolgte, aber offenbar die Kontrolle über seine Finanzen verlor. Für die Geschädigten bleibt die Erkenntnis, dass berufliche Titel allein kein Garant für Integrität sind.

Die Kombination aus Anwaltszulassung und undurchsichtigen Investitionen schuf eine gefährliche Mischung.

Wann und wo starb Skender Fani?

Skender Fani starb am 17. November 2023 in Wien, im Alter von 83 Jahren. Die genauen Umstände seines Todes sind nicht öffentlich bekannt. Was nach seinem Tod ans Licht kam, zeichnet ein düsteres Bild:

  • Unmittelbar nach Bekanntwerden des Todes begann das Rätselraten um die Finanzen
  • Im Juli 2025 – mehr als eineinhalb Jahre später – sorgte die ORF-Doku für ein mediales Echo
  • Das Verlassenschaftsinsolvenzverfahren läuft seitdem am Wiener Handelsgericht

Fani starb, ohne dass er sich für die Vorwürfe rechtfertigen konnte. Das Verfahren findet nun posthum statt – es richtet sich gegen die Verlassenschaft, nicht gegen eine lebende Person. Das macht die juristische Aufarbeitung komplex: Es gibt keinen Angeklagten, der aussagen kann.

Wie alt wurde Skender Fani?

Er wurde 83 Jahre alt. Geburtsdatum 23. Februar 1940, Sterbedatum 17. November 2023.

Zeitleiste: Skender Fanis Leben und die Betrugsaffäre


Geburt von Skender Fani

Tätigkeit als Rechtsanwalt in Wien

Aktiv als Spielerberater und Sportfunktionär, Aufbau des Klientels um Toni Polster

Berater beim Institut für Moderne Geldtheorie (Heute)

Tod in Wien

Erste Medienberichte über Schuldenberg, Einleitung Verlassenschaftsinsolvenz

ORF 2 sendet „Akte Betrug“ – Nachspiel: Wo ist das Geld der Fußball-Stars? (ORF TVthek)

Berichterstattung über 27 Millionen Euro Forderungen und 14,7 Mio. gerichtlich anerkannte Schulden (Heute), Kurier und PULS 24 berichten über Polsters Verluste

Bestätigte Fakten

  • Berufsbezeichnungen: Rechtsanwalt, Immobilieninvestor, Spielerberater (Kurier)
  • ORF-Berichterstattung über die Betrugsvorwürfe (ORF TVthek)
  • Verbindung zu Toni Polster und Verlust von sechsstelligem Betrag (Kurier)
  • Verlassenschaftsinsolvenzverfahren läuft (Heute)

Was unklar ist

  • Genaues Geburtsdatum und -ort – in Quellen widersprüchlich (ORF TVthek)
  • Genaues Sterbedatum – ORF nennt 17. November 2023, aber nicht unabhängig bestätigt
  • Genaue Höhe der Schulden – Schätzungen reichen von 10 bis 27 Millionen Euro (Heute, Kurier)
  • Ob strafrechtliche Ermittlungen gegen Fani zu Lebzeiten eingeleitet wurden
  • Ob Fani selbst aktiv betrogen hat oder nur fahrlässig handelte
  • Vollständige Liste aller Geschädigten
  • Ursprung der Immobilienschulden im Detail

Stimmen der Betroffenen

„Ich habe ihm wie einem Vater vertraut.“

Toni Polster, Ex-Nationalspieler, im Gespräch mit Heute

„Ja, es stimmt. Ich wurde um viel Geld gebracht.“

Toni Polster im Kurier

„Wir sind fast genial hinters Licht geführt worden.“

Ein bekannter Sportjournalist, einer der Geschädigten, zitiert von Heute

Zusammenfassung: Was bleibt von der Affäre?

Der Fall Skender Fani ist mehr als eine individuelle Tragödie. Er legt offen, wie leicht persönliches Vertrauen – gestützt auf Titel, Netzwerke und eine jahrzehntelange Karriere – in finanzielles Chaos führen kann. Die gescheiterten Immobilienprojekte, die Kredite und die bis zu 27 Millionen Euro an Forderungen zeichnen das Bild eines Mannes, der über seine Verhältnisse lebte und andere mitriss.

Für die österreichische Fußballszene ist die Lehre klar: Spielerberater brauchen eine stärkere Regulierung und Transparenz – sonst bleibt das Risiko für die nächste Generation von Sportlern bestehen. Für die Geschädigten wie Toni Polster bleibt nur der mühsame Weg durch das Insolvenzverfahren, in der Hoffnung, wenigstens einen Teil ihrer Verluste zurückzubekommen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Skender Fani vorbestraft?

In den vorliegenden Quellen gibt es keine Hinweise auf eine Vorstrafe. Zu Lebzeiten wurde er nicht verurteilt. Die strafrechtliche Aufarbeitung könnte sich auf die Verlassenschaft richten.

Wer hat Skender Fanis Mandanten übernommen?

Nach Fanis Tod mussten seine Mandanten neue Anwälte und Berater suchen. Die Fußballklientel wurde nicht geschlossen übernommen – die meisten Spieler wandten sich an andere Agenturen.

Wie konnte Skender Fani gleichzeitig Anwalt und Spielerberater sein?

In Österreich ist es rechtlich zulässig, beide Tätigkeiten auszuüben, solange keine Interessenkonflikte entstehen. Die Vermischung von Beratungsmandaten und Geldgeschäften war jedoch ethisch problematisch.

Welche Rolle spielte Skender Fani bei der Modern Monetary Theory?

Seit Februar 2019 war er Berater am Institut für Moderne Geldtheorie – eine ungewöhnliche Position für einen Rechtsanwalt. Die Details seiner Beratungstätigkeit sind öffentlich nicht genauer dargestellt.

Hat Skender Fani ein Geständnis abgelegt?

Nein. Er starb im November 2023, bevor die Vorwürfe in der ORF-Doku und in der breiten Öffentlichkeit bekannt wurden. Es gibt kein bekanntes Geständnis.

Wie reagierte die Fußballwelt auf die Betrugsvorwürfe?

Die Reaktionen waren von Fassungslosigkeit und Wut geprägt. Toni Polster sprach öffentlich über seinen Vertrauensbruch. Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) und die Spielergewerkschaft forderten mehr Transparenz bei Spielerberatern.

Die Antworten basieren auf den verfügbaren öffentlichen Informationen.

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