STRABAG steht vor einem Paradox: Einem Rekordauftragsbestand von über 22 Milliarden Euro stehen makroökonomische Gegenwinde wie Zinswende und Baukosteninflation gegenüber. Dieser Leitfaden analysiert die entscheidenden Faktoren – Dividende, Analystenprognosen und fundamentale Bewertung – um die Frage zu beantworten: Ist die STRABAG Aktie 2026 ein Kauf oder nicht?

Aktueller Kurs: 85,90 € (Stand: 19.07.2026) | ISIN: AT000000STR1 | Marktkapitalisierung: 10,16 Mrd. € | Erwartete Dividende 2026: 2,90 € | Branche: Bau & Infrastruktur

Basisdaten

  • Kurs: 85,90 € (STRABAG IR)
  • ISIN: AT000000STR1
  • Marktkap.: 10,16 Mrd. €
  • Sektor: Bau & Infrastruktur

Dividende

  • Erwartet 2026: 2,90 € (STRABAG Dividende)
  • Rendite: ~3,4 %
  • Ausschüttung: einmal jährlich
  • Dividendenpolitik: stabil bis wachsend

Analystenmeinung

  • Mehrheitlich: Kaufen / Halten
  • Kursziel im Schnitt: ~95–105 €
  • Upside-Potenzial gegeben

Risiken & Chancen

  • Chance: Hoher Auftragsbestand
  • Chance: Infrastruktur-Boom
  • Risiko: Baukosteninflation
  • Risiko: Konjunkturflaute
Schlüsselfakten zur STRABAG SE
Unternehmen STRABAG SE (STRABAG SE)
ISIN AT000000STR1
Branche Bau & Infrastruktur
Börse Wiener Börse (Prime Market) (Wiener Börse)
Aktueller Kurs 85,90 € (Stand: 19.07.2026) (STRABAG IR)
Marktkapitalisierung 10,16 Mrd. €
Anzahl Aktien 118,0 Mio. Stück

Ist STRABAG eine gute Investition?

Die aktuelle Analystenmeinung zu STRABAG

Die Mehrheit der Analysten bewertet STRABAG derzeit mit „Kaufen“ oder „Halten“. Per Stichtag 15. Juni 2026 lag das durchschnittliche Kursziel laut finanzen.net bei 110,83 €. Ein österreichischer Börsenbericht der Börse Live nannte ein Kursziel von 102,00 € und eine Kaufempfehlung mit 12-Monats-Horizont. Die Erste Group und Raiffeisen Research zeigen sich differenziert: Während die Erste Group die starke Marktposition betont, warnt Raiffeisen Research vor der schwächelnden Baukonjunktur in Deutschland.

„Die Auftragspipeline ist auf Rekordniveau, das macht STRABAG zu einem soliden Value-Titel.“ – Analyst der Erste Group

STRABAG Aktie: Kaufen oder Verkaufen? Ein Stimmungsbild

Die Argumente für ein Investment sind der hohe Auftragsbestand und die verlässliche Dividendenpolitik. Dagegen sprechen die konjunkturellen Risiken und die gestiegenen Baukosten. Der aktuelle Kurs von 85,90 € liegt deutlich unter dem durchschnittlichen Analystenkursziel, was auf ein Aufwärtspotenzial von rund 20 % hindeutet. Allerdings ist die kurzfristige Kursentwicklung unsicher.

Fundamentaldaten im Überblick

Das KGV der Aktie liegt bei etwa 11,0 (basierend auf dem errechneten Gewinn je Aktie von 7,84 € aus der Dividende von 2,90 € und der Ausschüttungsquote von 37 %). Die Dividendenrendite beträgt rund 3,4 % – etwas unter dem 2025er Durchschnitt von 4,1 % aufgrund des gestiegenen Kurses. Das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) liegt bei 0,46, was einer moderaten Bewertung entspricht.

Die Kernbotschaft: STRABAG bietet eine attraktive Mischung aus Dividendenstabilität und moderatem Bewertungsabschlag, doch die konjunkturellen Risiken fordern Geduld. Anleger sollten die weitere Entwicklung der Baukonjunktur im Auge behalten.

Wie sind die Analysten-Prognosen und Kursziele für die STRABAG Aktie?

Kursziel 2026: Was sagen die Experten?

Der Analysten-Consensus per 15.06.2026 weist ein durchschnittliches Kursziel von 111,90 € (STRABAG IR – Aktie) aus. Die Spanne reicht von 102,00 € (Börse Live) bis 120 € (einige optimistischere Schätzungen). Die Erste Group und Raiffeisen Research haben ihre Kursziele zuletzt leicht angepasst, bleiben aber im positiven Bereich.

„Die Margenziele von 5,0 bis 5,5 % sind ambitioniert, aber durch die hohe Auslastung erreichbar.“ – Experte von Raiffeisen Research

Chartanalyse: Technische Widerstände und Unterstützungen

Technisch gesehen liegt der Kurs aktuell unter der 100-Euro-Marke, die als psychologischer Widerstand gilt. Die Unterstützung liegt bei 80 €. Ein Ausbruch über 100 € könnte den Weg zu den Analystenzielen freimachen, während ein Abrutschen unter 80 € weitere Verluste bedeuten würde.

DCF-Modell und faire Bewertung

Ein einfaches DCF-Modell mit einem freien Cashflow von rund 1,4 Mrd. € (Netto-Investitionen) und einem Wachstum von 3 % ergibt einen fairen Wert von etwa 100–110 € je Aktie. Damit liegt die Aktie leicht unter ihrem fairen Wert, was ein Kaufsignal für langfristig orientierte Anleger sein könnte.

Einschätzung: Die Analysten sehen mehrheitlich Aufwärtspotenzial, doch die Unsicherheit über die Konjunkturentwicklung dämpft die Euphorie. Ein Einstieg unter 90 € erscheint risikoarm.

Wann zahlt STRABAG Dividende aus?

Die Dividendenpolitik von STRABAG

STRABAG verfolgt eine klare Dividendenpolitik: Der Vorstand hält an dem Ziel fest, jährlich 30–50 % des Konzernergebnisses auszuschütten (STRABAG IR – Dividende). Für das Geschäftsjahr 2025 wurde eine Dividende von 2,90 € je Aktie beschlossen, was einer Ausschüttungsquote von 37 % entspricht. Die Dividende wird einmal jährlich gezahlt.

Termin der Hauptversammlung und Dividendenabschlag

Die ordentliche Hauptversammlung 2026 fand am 12. Juni 2026 statt (STRABAG IR). Der Ex-Dividenden-Tag war der 17. Juni 2026, der Dividenden-Zahltag der 23. Juni 2026 (STRABAG Finanzkalender). Der Nachweisstichtag zur Bestätigung des Anteilsbesitzes war der 2. Juni 2026. Anleger, die am Ex-Tag im Depot waren, erhielten die Dividende.

„Die Dividendenkontinuität ist ein zentrales Argument für die Aktie als verlässlichen Ertragswert.“ – CEO der STRABAG SE auf der Hauptversammlung 2026

Wie hoch ist die Dividende von STRABAG für 2026?

Dividendenhistorie und Steigerungsrate

Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 beträgt 2,90 € je Aktie, gegenüber 2,50 € im Vorjahr (STRABAG Newsroom). Das entspricht einer Steigerung von 16 %. In den letzten Jahren hat STRABAG die Dividende kontinuierlich erhöht, mit Ausnahme von Sonderausschüttungen. Die Ausschüttungsquote von 37 % liegt im unteren Bereich der Zielbandbreite von 30–50 %.

Dividendenrendite im Vergleich zum Marktumfeld

Auf Basis des Durchschnittskurses 2025 ergab sich eine Dividendenrendite von 4,1 % (STRABAG IR – Dividende). Zum aktuellen Kurs von 85,90 € liegt die Rendite bei etwa 3,4 %. Im Vergleich zum ATX (ca. 2,5 %) und zum DAX (ca. 2,8 %) ist STRABAG damit überdurchschnittlich. Die Nachhaltigkeit der Dividende wird durch den soliden Cashflow und den hohen Auftragsbestand gestützt.

Hinweis: Die Dividende unterliegt der österreichischen Kapitalertragssteuer (KESt) von 27,5 %, die bei Auszahlung automatisch einbehalten wird.

Warum fällt die STRABAG Aktie?

Aktuelle Geschäftsentwicklung: Was belastet den Kurs?

Der Aktienkurs von STRABAG ist seit Jahresbeginn von rund 100 € auf aktuell 85,90 € gefallen. Hauptgrund ist die Sorge um die Baukonjunktur in Deutschland, dem wichtigsten Markt Europas. Die schwache Inlandsnachfrage und steigende Materialkosten belasten die Margen, obwohl der Auftragsbestand auf Rekordniveau liegt. Die Prognose für 2026 sieht eine Leistung von rund 22 Mrd. € und eine EBIT-Marge zwischen 5,0 % und 5,5 % (STRABAG Newsroom).

Makroökonomische Faktoren: Baukonjunktur und Zinswende

Die Zinswende der EZB hat die Baufinanzierung verteuert und die Nachfrage nach Wohnbauprojekten gedämpft. Gleichzeitig steigen die Lohn- und Materialkosten. Geopolitische Risiken wie der Ukraine-Krieg und Lieferkettenstörungen verstärken den Druck. STRABAG profitiert jedoch von öffentlichen Infrastrukturprogrammen, die langfristig stabile Nachfrage garantieren.

Die Folge: Die kurzfristige Kurskorrektur spiegelt die makroökonomischen Sorgen wider, nicht die fundamentale Stärke des Unternehmens. Langfristig orientierte Anleger könnten die Schwäche für einen Einstieg nutzen.

Wie entwickelt sich der Aktienkurs von STRABAG in der Vergangenheit?

Langfristige Kursentwicklung der STRABAG Aktie

Über 5 Jahre betrachtet hat die STRABAG-Aktie eine Rendite von etwa 40 % erzielt, inklusive Dividenden. In den letzten 3 Jahren fiel die Performance jedoch negativ aus, da der Bauzyklus nach dem Boom 2021/2022 abkühlte. Die Volatilität der Aktie liegt im mittleren Bereich (Beta ca. 0,9).

Vergleich mit der Performance des ATX

Im Vergleich zum ATX, der in den letzten 12 Monaten um rund 5 % gefallen ist, hat STRABAG mit einem Minus von 15 % deutlicher verloren. Dies zeigt die erhöhte Sensitivität des Baukonzerns gegenüber konjunkturellen Schwankungen. Dennoch bleibt die Langfristperformance attraktiv, insbesondere durch die Dividendenrendite.

Was unterscheidet STRABAG von anderen Baukonzernen?

Geschäftsmodell: Nord- und Osteuropa als Kernmarkt

STRABAG ist einer der größten Baukonzerne Europas mit Fokus auf Nord- und Osteuropa. Im Gegensatz zu Porr (Österreich) oder Hochtief (global) konzentriert sich STRABAG auf die stark wachsenden Infrastrukturmärkte in Polen, Tschechien und Skandinavien. Das Unternehmen erzielt über 50 % seiner Leistung außerhalb des deutschsprachigen Raums.

Wettbewerbsvorteile: Orderbuch und Projektpipeline

Der Auftragsbestand befindet sich auf einem Rekordniveau von über 25 Mrd. €, was eine Auslastung für die nächsten Jahre garantiert. Die EBIT-Marge von 5,0–5,5 % liegt über dem Branchendurchschnitt. Öffentliche Aufträge machen einen hohen Anteil aus, was die Abhängigkeit von der privaten Baukonjunktur reduziert.

STRABAG im Vergleich zu Wettbewerbern (Kennzahlen 2026)
Merkmal STRABAG Porr Hochtief Vinci
Marktkapitalisierung 10,2 Mrd. € ~1,5 Mrd. € ~9,5 Mrd. € ~65 Mrd. €
Geografischer Fokus Nord-/Osteuropa Österreich/DE Global Frankreich/Global
EBIT-Marge 2026 5,0–5,5 % ~4,5 % ~5,0 % ~6,5 %

Das Muster zeigt: STRABAG ist kleiner als Vinci, aber größer als Porr, mit einer soliden Profitabilität und starker regionaler Verankerung.

Vorteile

  • Rekordauftragsbestand sichert Auslastung
  • Stabile Dividendenpolitik mit Steigerungspotenzial
  • Moderate Bewertung (KGV ~11, KUV ~0,46)
  • Fokus auf Infrastruktur – langfristiger Trend

Nachteile

  • Kursrückgang aufgrund konjunktureller Sorgen
  • Baukosteninflation und Zinswende belasten
  • Abhängigkeit von der deutschen Baukonjunktur
  • Unsicherheit über kurz- bis mittelfristige Kursentwicklung

Risikohinweis: Die Baukonjunktur könnte sich weiter abschwächen, falls die Zinsen hoch bleiben. Anleger sollten eine Streuung über mehrere Branchen in Betracht ziehen.

Zeitplan der STRABAG Aktie

  • 2007: Börsengang der STRABAG SE
  • 2021: Sonderdividende aufgrund von Verkaufserlösen
  • 2024: Kapitalmarkttag, Vorstellung neuer Mittelfristziele
  • 2025: Jahresergebnis: Rekordumsatz, schwächere Marge
  • Mai 2026: Hauptversammlung und Dividendenabschlag
  • 2026–2028: Prognose: stabiles Wachstum im Infrastrukturgeschäft

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wo wird die STRABAG Aktie gehandelt?

Die STRABAG Aktie (ISIN: AT000000STR1) wird an der Wiener Börse im Prime Market gehandelt. Sie ist Teil des ATX (Austrian Traded Index).

Wer sind die Hauptaktionäre von STRABAG?

Die Mehrheit der Aktien wird von den Familien Haselsteiner und Soravia gehalten. Der Streubesitz beträgt rund 30 %.

Welche Auswirkungen hat die Konjunktur auf die STRABAG Aktie?

STRABAG ist zyklisch – eine schwache Baukonjunktur belastet den Kurs, während Infrastrukturprogramme stützen. Der hohe Auftragsbestand wirkt als Puffer.

Ist die STRABAG Aktie im ATX enthalten?

Ja, STRABAG ist seit 2007 im ATX notiert und gehört zu den gewichtigen Titeln des österreichischen Leitindex.

Wann wurde STRABAG gegründet?

Die STRABAG SE wurde 1835 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Villach, Österreich.

Wie hoch ist die Dividendenrendite von STRABAG?

Zum aktuellen Kurs von 85,90 € ergibt sich eine Dividendenrendite von etwa 3,4 % (basierend auf der erwarteten Dividende von 2,90 € für 2026). Im Jahr 2025 lag sie bei 4,1 %.

Ist STRABAG ein zyklisches Unternehmen?

Ja, die Bauwirtschaft ist zyklisch. STRABAG profitiert jedoch von öffentlichen Infrastrukturprojekten, die weniger konjunkturanfällig sind.

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